Liebevolle Selbstannahme – der Weg in ein glückliches Leben 1/2

Dass Geld, Familie oder Erfolg zwar oft sehnsüchtig erwünschte und auch lohnenswerte Ziele sind, aber keine Garantie zum Glücklichsein, wissen die meisten. Was versprechen wir uns davon, dass wir selbst wider besseren Wissens unbedingt daran festhalten? Um welche Bedürfnisse geht es wirklich?
Und welcher Weg führt sicherer zum Glück?

Dass Geld, Familie oder Erfolg zwar oft sehnsüchtig erwünschte und auch lohnenswerte Ziele sind, aber keine Garantie zum Glücklichsein, wissen die meisten. Aus eigener leidvoller Erfahrung, aus der Beobachtung Angehöriger oder Prominenter oder einfach als Ahnung.

Welche Wünsche stecken dahinter?

Wofür stehen der perfekte Partner, Kinder, Geld, Karriere oder Erfolg wirklich? Was versprechen wir uns davon, dass wir selbst wider besseren Wissens unbedingt daran festhalten?

Auf den ersten Blick: Ein Gefühl von Verbundenheit und Zugehörigkeit, Freiheit und Anerkennung. Verständlich – wer wünscht sich das nicht? Und warum sollten sich diese Wünsche nicht durch Familie, Geld oder Erfolg erfüllen lassen?
Darunter steckt auf den zweiten Blick aber noch etwas anders: Der Wunsch nach

Geborgenheit, Sicherheit und Wertschätzung.

Und dann ist da auch noch das menschliche Bedürfnis nach Autonomie, das spätestens dann leidet, wenn ich glaube, es anderen recht machen zu müssen, damit sie mir diese Wünsche erfüllen. Wer ist schon in der glücklichen Lage, dass der Partner, der Chef, die Kinder, die Bank, die Nachbarn und die Person selbst alle die selben Wünsche an sie haben? Und das dauerhaft. Obwohl Situationen und Menschen sich ändern?

Wohl niemand. Dieser Weg führt also nicht zum Glück. Es sei denn, dass ich auf meine Bedürfnisse von Geborgenheit, Sicherheit und Wertschätzung verzichte. Aber was habe ich dann noch von Familie, Geld und Erfolg? Einen äußeren Anschein, der mich nicht erfüllt.

Ein anderer Weg

Eine bessere Idee ist es, einen anderen Weg zu finden, um die eigentlichen Bedürfnisse zu erfüllen: Geborgenheit, Sicherheit und Wertschätzung.

Auf dem bisherigen Weg waren wir abhängig von äußeren Umständen und bestimmten Personen.
Ich möchte Dich zu einem Gedankenexperiment einladen:

Stell Dir vor, wie es wäre, wenn es Dir überhaupt nichts ausmacht, was die Nachbarn von Dir denken oder die Kollegen über Dich sagen oder ob Dein Chef Dich mag. Wenn Du Dich nicht mehr verstellen, verbiegen oder anpassen musst. Wenn Du zu jeder Zeit wünschen, denken und fühlen darfst, was Du gerade wünschst, denkst oder fühlst. Wenn jede Deiner Entscheidungen, jede Reaktion in Ordnung ist, weil Du damit zwar nicht jeden glücklich machst, aber klar ist, dass es nicht böse gemeint ist. Ohne dass Du Dich erst erklären oder rechtfertigen musst. Wenn Fehler als Teil des Lernprozesses willkommen sind. Wenn die Menschen in Deinem Umfeld Dich bereits kennen, wie Du wirklich bist, und bei Dir sind, weil sie es möchten.

Wie fühlst Du Dich damit? Frei, geborgen, wertgeschätzt?

Die Sicherheit, angenommen zu sein

Das ist es also, was uns glücklich macht. Und wenn wir genau hinschauen, geht es dabei gar nicht mehr um äußere Umstände. Dort steht nicht, dass niemand über uns redet. Dass jeder uns liebt. Dass unser Handeln oder Fühlen immer so ist, wie wir es gern hätten. Auch wenn wir so oft glauben, dass es genau das ist, was wir zum Glücklichsein brauchen. Es geht ’nur‘ um die eigene Überzeugung: Ich darf genau so sein, wie ich bin. Und diese Erlaubnis kann mir auf der ganzen Welt nur ein einziger Mensch geben: Ich selbst. Der Rest der Welt kann mir erzählen, was er will.

Was ich selbst nicht glaube, kann mir niemand beweisen.

Die Erfahrung haben wir bestimmt alle schon mal gemacht, selbst oder mit anderen: Wer sich zu dick findet, glaubt keinem Kompliment über sein Aussehen. Kein Liebesbeweis reicht auf Dauer aus, wenn jemand glaubt, nicht liebenswert zu sein. Wenn ich glaube, einer Angst nicht gewachsen zu sein, werde ich mich der Situation gar nicht erst stellen – sie also garantiert nicht schaffen. Usw. usf.

Und nun?
Ich bin mir sicher: Dieser selbst-sichere Mensch, der sich selbst annimmt, wie er ist, es dann nach außen ausstrahlt und somit auch von seinem Umfeld gespiegelt bekommt, steckt in jedem von uns. Wir haben es nur vergessen. Und manche von uns haben ihn seit vielen, vielen Jahren nicht mehr bemerkt. Dieser Mensch, der in seiner eigenen Mitte ist, mit sich selbst im Reinen – er ist schon da. Er braucht nur die Erlaubnis, sich auch zu zeigen.

Und dann geschehen Wunder. Versprochen. Davon habe ich selbst genug erlebt.
Dann sind Familie, Geld oder Erfolg eine wunderschöne Zugabe. Und auch erst dann wirklich erfüllend. Weil wir sie nicht mehr (miss!-)brauchen, um irgendwelche Löcher in uns zu füllen, die wir gleichzeitig selbst aufrecht erhalten. Weil wir spüren, dass gar kein Loch da ist. Auch dann nicht, wenn der Partner einen schlechten Tag hat, das Kind weint, der Chef anderer Meinung ist und der Urlaub erst nächstes Jahr möglich wird, weil zuerst das Auto repariert werden soll.

Was liebevolle Selbstannahme konkret bedeutet und wie der Weg dorthin im Alltag aussieht, beschreibe ich in Teil 2.

Für den Moment reicht als allererster Schritt die klare Entscheidung:

Ich erlaube mir, in Ordnung zu sein, wie ich gerade bin!

Machst Du mit?

Wenn jetzt ein riesengroßes „Aber“ in Dir auftaucht, weil Du ja schließlich nicht bist, wie Du gern wärst oder weil Dich immer irgendjemand anders haben will: Wie oft verhältst Du Dich im normalen Alltag absichtlich ‚falsch‘, um bewusst jemandem zu schaden oder ihn zu verletzten? Und zwar nur aus diesem Grund? Und ist es überhaupt möglich, mit einer Handlung oder Entscheidung absolut jeder Meinung gerecht zu werden?

Und wenn das „Aber“ sagt, dass die anderen dann immer noch nicht so ‚funktionieren‘, wie Du es Dir vorstellst: Ist das wirklich noch so wichtig, wenn Du gleichzeitig selbst genau so sein darfst, wie Du bist? Oder ist es dann nicht viel leichter, auch die anderen so zu nehmen, wie sie eben sind? Weil Du Dir Deine Reaktion auf sie nicht mehr verbieten ‚musst‘?

Und ist es nicht wenigstens einen Versuch wert, selbst wenn Du immer noch nicht so recht überzeugt sein solltest?

Na, machst Du jetzt mit? 🙂